Vereinschronik

Hier finden Sie alles Wissenswertes über unseren Verein und unsere Mitglieder.

Vereinsgeschichte

LOGO MMC 1899

Als einer der ältesten Vereine in St. Margarethen wurde der Margarethener Männerchor am 23. April 1899 auf Initiative des damaligen Schuldirektors Eduard Beck als „Männergesangverein St. Margarethen a.d.Raab“ gegründet.
Selbiger war auch der erste Chorleiter und Obmann des Vereines.

Die Neugründung wurde aber von einigen Schwierigkeiten begleitet. So informierte die kk. Bezirkshauptmannschaft in Weiz erst am 04. Mai 1902 den Vereinsvorstand über den „Nichtuntersagungsbescheid“ der kk. Stadthalterei in Graz.

Ab diesem Zeitpunkt wurde der Verein gegenüber dem Gesetz entsprechend geführt. Trotz all dieser Schwierigkeiten wurden bereits ab dem Gründungsjahr Konzerte veranstaltet.

Die erste Großveranstaltung gab es dann im Jahr 1902 mit Gastvereinen. An der „Liedertafel“ am 31.August nahmen Gastchöre aus Weiz, St. Ruprecht und Gleisdorf teil. Ebenso wirkten noch der Grazer Männergesangverein, der Gesangverein „Liederkranz“ sowie der Feldbacher Männergesangverein mit.

Im Jahr 1912 übernahm Karl Farnleitner sen. die Chorleiterstelle von Eduard Beck und führte die musikalischen Geschicke des Chores 35 Jahre lang bis zum Jahr 1947. Übertroffen wurde diese „Dienstzeit“ nur noch vom damaligen Obmann Mathias Paierl, der dem Verein von 1909 bis 1947 als Obmann vorstand.

In den Kriegsjahren des ersten Weltkrieges, von 1914 – 1918, wurde die Vereinstätigkeit gezwungenermaßen eingestellt.

Im Jahre 1924 wurde, anlässlich des 25jährigen Bestandsjubiläums, ein großes Festprogramm vorbereitet. 11 Ausschusssitzungen und ebenso viele Proben wurden abgehalten, um dieses Ereignis vorzubereiten.
Am Samstag, den 5. Juli wurde mit einer Kranzniederlegung und dem schottischen Bardenchor, „Stumm schläft der Sänger, dessen Ohr gelauschet hat an andrer Welten Tor …..“, der Gefallenen des Krieges gedacht.

Der eigentliche Festtag wurde mit Böllerschüssen und einem Weckruf der Musikkapelle eröffnet. Danach ging es zur Pfarrkirche, wo nach der hl. Messe das neue Banner, gespendet von Fr. Theresia Steinhauser, geweiht wurde. Am Nachmittag fand des Gästesingen unter der Teilnahme von neun Gastvereinen statt. Zur damaligen Zeit hatte der Chor 31 aktive Mitglieder.

Die Kriegsereignisse des zweiten Weltkrieges erzwangen abermals ein Ruhen der Vereinstätigkeit.
Aber schon im Jahre 1946 fanden sich die Sänger wieder zusammen und begannen abermals mit der Probenarbeit unter Chorleiter Karl Farnleitner sen. Zwei Jahre danach, im Jahr 1948, übernahm dann sein Sohn, Karl Farnleitner jun. die musikalischen Geschicke des Vereines.

Und wieder stand ein Jubiläum bevor. Am 3. Juli wurde das 50jährige Bestehen des Chores mit einem Weckruf, einem Gottesdienst und anschließendem Gästesingen gefeiert. Mit einem Fackelzug, angeführt vom Musikverein, zog man zum Haus der großzügigen Gönnerin des Vereines, Fr. Steinhauser und brachte ihr ein Ständchen.

In den 50iger Jahren wurde die Meinung vertreten, dass das Singen von Männerchören unzeitgemäß sei, es fehle an geeigneter Literatur und stimmtüchtigem Nachwuchs. Aus diesem Grund wurde der Chor gemischt geführt.

Mit 44 Sängerinnen und Sängern erreichte der Chor damals seinen höchsten Mitgliederstand. Neben Sängerreisen, Konzerten und Theateraufführungen wurde auch durch 24 Jahre hindurch der damals sehr bekannte und beliebte „Herzerlball“ veranstaltet.

Im Jahre 1969 übernahm dann Adolf Rechberger die Chorleiterstelle, bis er 1971 von Margarethe Krenn abgelöst wurde. Im Jahr 1973 gab es dann Schwierigkeiten beim Nachwuchs von Frauenstimmen und als 1974 die Chorleiterstelle verwaiste, wurde der Chor ruhend gestellt.

Den langjährigen Obmann Johann Fürndrath traf diese Stilllegung besonders schwer und sein Tod im Jahre 1975 war der Anlass, den Chor als Männerchor wieder auferstehen zu lassen. Obmann Leonhard Tieber holte wieder einige Männer zusammen.

Karl Farnleitner erklärte sich bereit, die Chorleiterstelle wieder zu übernehmen und der Wunsch von Johann Fürndrath, die Sänger sollten bei seinem Begräbnis singen, konnte erfüllt werden.

Als 1977 Karl Farnleitner aus gesundheitlichen Gründen die Chorleiterstelle zurücklegte, übernahm auf Initiative von Direktor Erwin Luckmann aus Fehring ein profunder Kenner und Sammler des Volksliedes, Rudolf Egger, die Leitung des Chores.

Mit seiner Erfahrung als 1.Tenorsänger des Wiener Männergesangvereines und Leiter diverser Chorgemeinschaften, drückte er nicht nur dem Chor musikalisch, sondern auch dem gesamten Vereinsleben in St. Margarethen seinen Stempel auf.

Unter Rudolf Egger wurden nicht nur Konzertreisen im Inland veranstaltet, es gab auch Kontakte in das benachbarte Ausland.

Zu erwähnen seien hier Konzerte mit dem Vokalkreis Klagenfurt, der Koschatwiege Klagenfurt-Viktring, der Liedertafel Mainz-Kostheim aus Deutschland oder der Sing- und Tanzgruppe Herzeg aus Budakeszi in Ungarn.

Als Rudolf Egger aus gesundheitlichen Gründen die Chorleitertätigkeit beendete, setzte ein aktiver Sänger aus unseren Reihen die erfolgreiche Tätigkeit fort.

In Jänner 1990 übernahm Norbert Konrad die Chorleitung und setzte neue Maßstäbe in der chorischen Tätigkeit. Durch intensive Probenarbeit gelang es ihm, die Perfektion und das Niveau des Chores weiter zu steigern.

Seit dem Jahr 1994 trägt nun der Chor, nachÄnderung der Statuten, den offiziellen Namen „Margarethener Männer Chor“ und darf, mit Genehmigung durch den Gemeinderat, auch das offizielle Wappen der nunmehrigen Marktgemeinde führen.

Das Jahr 1999 war geprägt von den Veranstaltungen rund um das 100jährige Bestandsjubiläum des Margarethener Männer Chores.

Beim Frühjahrskonzert war der Vokalkreis Klagenfurt zu Gast und beim Herbstkonzert die Liedertafel 1900 aus Mainz-Kostheim.

Doch auch Norbert Konrad musste leider aus gesundheitlichen Gründen die Chorleitertätigkeit 2001 abgeben. Aber wo Schatten ist, da gibt’s auch Sonne; er steht dem Chor seither als hervorragender Sänger zur Verfügung.

Eine schwierige Zeit stand dem Chor bevor. Um die Vereinstätigkeit einigermaßen aufrecht zu erhalten, war Wolfgang Stix bereit, den Chor aushilfsweise zu dirigieren.

Nach mehreren Aufrufen gelang es uns, über Vermittlung des Sängers Robert Somsich, den Kontakt zu Dr. Josef Pöschl herzustellen. Josef Pöschl, in seiner aktiven Zeit Musikerzieher an der Pädagogischen Akademie in Graz, übernahm im Herbst 2002 den Chor.

Er war passionierter Jäger und so fand auch das Jagdlied Eingang in das Repertoire des Chores.
Besondere Höhepunkte in dieser Zeit waren die CD-Produktion in Zusammenarbeit mit den Gratkorner Jagdhornbläsern und die Aufführung der „kleinen Jäger
messe“ im Wiener Stephansdom.

Im Herbst 2009 übernahm Wolfgang Greinix die musikalischen Geschicke des Vereines. Wolfgang war schon vorher als aktiver Sänger zum Verein gestoßen. Er war es, der auch den Schlager in das Repertoire des Chores aufnahm. Der gute Publikumszuspruch bei unseren Konzerten machte es notwendig, die Konzerte in Zukunft an zwei Tagen zu veranstalten.
Wolfgang zog es allerdings in die Heimat seiner Gattin in die Obersteiermark und somit war der Chor wiederum auf der Suche nach einem geeigneten Chorleiter.

In dieser schwierigen Situation erklärte sich wiederum ein Sänger (Manfred Guter) bereit, die Chorleitung zu übernehmen.

In seinem Innersten wollte Fred aber nicht wirklich Chorleiter sein, sondern viel lieber singen. So kam es auch, dass er im Rahmen der Sing- und Sportwochen im Sommer 2014 eine junge Frau ansprach. Natürlich auf seine Art – „du, wir brauchen eine Chorleiterin….“ – sie gab ihm ihre Visitenkarte und das Schicksal nahm seinen Lauf. Fred tauchte noch am selben Tag, es war eigentlich schon Nacht, beim Obmann auf und meldete diese erfreuliche Nachricht.

Daraufhin wurde ein Treffen im Operncafé in Graz vereinbart und die junge Frau, damals gerade mit dem Studium fertig, sagte einmal bedingt zu.
Die Proben im September wurden noch von Fred geleitet und die Sänger auf das Kommende vorbereitet.

Im Oktober war es soweit, mit Rahela Durič stand erstmals eine junge Frau am Dirigentenpult des Margarethener Männer Chores. Und wie sich bald herausstellte, hatten wir nicht nur ein musikalisches Genie engagiert, sondern wir wurden auch bald echte Freunde.

Rahela, geboren in Maribor in Slowenien, Studium in Orchester- und Chordirigieren an der Kunstuniversität in Graz, ausgezeichnet mit einem Begabtenstudium des Staates Slowenien und der Stadt Graz und in ihren jungen Jahren bereits Leiterin mehrerer Chöre, hat dem Chor mit Ihrer umsichtigen und einfühlsamen Art eine neue Qualität gegeben.